Wegweiser GmbH und Hertie School stellen „Zukunftspanel Staat und Verwaltung 2017“ im Vorfeld des 5. Zukunftskongresses vor

Bei Digitalisierung und IT-Sicherheit sehen deutsche Behörden weiterhin großen Handlungsbedarf, wenngleich Fortschritte erkennbar sind. Dabei ist laut den Chefs der öffentlichen Verwaltung in Bund, Ländern und Kommunen vor allem auch die Politik gefordert. Von der künftigen Bundesregierung wünschen sich 40 Prozent eine stärkere Standardisierung und einheitliche Vorgaben in diesem Bereich, es folgen mit je knapp 29 Prozent die Forderung nach besserer personeller und budgetärer Ausstattung sowie eine bessere Koordination zwischen den Verwaltungsebenen zur Schaffung gemeinsamer IT-Lösungen.

Eine Mehrheit befürwortet es, die Aufgabe der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung einer zentralen Leitung zu übertragen. Das sind Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage unter 346 Behördenleitern, durchgeführt von der Wegweiser Research & Strategy GmbH Berlin und der Hertie School of Governance unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Gerhard Hammerschmid. Für 58,4 Prozent der befragten Behördenleiter ist die Digitalisierung die wichtigste Herausforderung der nächsten fünf Jahre. Hohe Priorität haben zudem die Themen IT-Sicherheit (30,5 Prozent) und demografieorientierte Personalarbeit (29,7 Prozent).

Verbreitet ist zudem die Sorge, wegen der sinkenden Attraktivität als Arbeitgeber beim Wettbewerb um Fachkräfte und jüngere Mitarbeiter das Nachsehen zu haben (29,1 Prozent). Die im Vorjahr bei Städten und Gemeinden noch weit oben rangierende Frage der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen ist auf der Prioritätenliste deutlich nach unten gerutscht (um über 13 Prozent auf 10,8 Prozent). Im Bereich der IT-Sicherheit sehen die Behörden einen großen Bedarf an kontinuierlicher Verbesserung. Für 83,5 Prozent der befragten Behörden stellen Cyberangriffe eine realistische Bedrohung für die eigene Behörde dar.

Von der Politik wünschen sich die Behördenleiter verstärkte Initiativen im Bereich Digitalisierung und E-Government. Zahlreiche Maßnahmen, insbesondere der elektronische Personalausweis und das De-Mail-Gesetz werden im Hinblick auf die gewünschten Effekte im Nachhinein überwiegend kritisch gesehen. „Aus den Antworten spricht die klare Überzeugung, dass echte Fortschritte nur durch mehr Standardisierung und Koordination gemacht werden können. Die Behörden leiden unter einem Flickenteppich nicht miteinander verzahnter Initiativen“, sagt Studienleiter Gerhard Hammerschmid.

Eine Mehrheit der befragten Behörden spricht sich denn auch für eine Neustrukturierung der Kompetenzen aus. Sie befürworten entweder die Einrichtung eines Fachministeriums für E-Government und Digitalisierung (28,2 Prozent) oder einer neuen Anstalt öffentlichen Rechts in gemeinsamer Trägerschaft von Bund und Ländern (24,0 Prozent), um die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland nachhaltig umzusetzen. Bei der konkreten Umsetzung der Digitalisierung sehen die Behördenleiter durchaus Fortschritte, allerdings verzeichnen sie dadurch bislang kaum Effizienzgewinne, sondern vielmehr deutliche Kostensteigerungen.

Die meisten E-Government-Anwendungen sind bislang allenfalls von einer Minderheit der Behörden umgesetzt. Das gilt zum Beispiel die elektronische Akte (22,9 Prozent), eine elektronische Bezahlfunktion (23,3 Prozent) oder eine rechtssichere E-MailKommunikation (30,5 Prozent). Noch deutlich geringer ist die Umsetzung einer digitalisierten Personalverwaltung (19,6 Prozent), mobiler E-Government Anwendungen (17,5 Prozent), das elektronische Einreichen von Nachweisen (14,4 Prozent) oder elektronischer Rechnungen im Auftragswesen (10,7 Prozent). Rund die Hälfte der Behörden wollen weder Cloud-Computing noch Big-Data-Anwendungen einführen.

Wie dies gelingen kann, diskutieren Experten und Entscheidungsträger aus Bund, Ländern und Kommunen sowie aus Wissenschaft und Wirtschaft auf dem 5. Zukunftskongress Staat & Verwaltung, der unter Schirmherrschaft von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière am 20. und 21. Juni 2017 im Berliner bcc stattfindet. „Der Zukunftskongress Staat & Verwaltung verzeichnet 2017 eine Rekordbeteiligung von etwa 1.500 Teilnehmern und dokumentiert somit seine Stellung als Leitveranstaltung für Digital Government und Verwaltungsmodernisierung“, sagt der Geschäftsführer von Wegweiser Oliver Lorenz. 5. Zukunftskongress Staat & Verwaltung am 20. und 21. Juni 2017 in Berlin Der Zukunftskongress wird seit 2013 von der Wegweiser Media & Conferences GmbH Berlin unter Schirmherrschaft des Bundesministers des Innern Dr. Thomas de Maizière und in Partnerschaft mit Accenture, der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e. V. (Vitako) sowie zahlreichen institutionellen und privatwirtschaftlichen Partnern organisiert.

Studienpartner Wegweiser GmbH Berlin Novalisstraße 7 10117 Berlin www.wegweiser.de Hertie School of Governance ∙ Friedrichstraße 180 ∙10117 Berlin ∙ www.hertie-school.org Aufgeteilt in vier Handlungsfelder werden die Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung ganzheitlich betrachtet:

  • Handlungsfeld I: Strategie: Politik, Werte & Recht
  • Handlungsfeld II: Digitale Verwaltung: Strukturen, Prozesse & Dienstleistungen
  • Handlungsfeld III: Finanzen: Investitionen, Effizienz & Transparenz
  • Handlungsfeld IV: Arbeitswelt: Lernen, Führen & Verändern

Besondere Highlights des diesjährigen Zukunftskongresses sind u.a.:

  •  „Offen, sicher und effiziert? Politik und Verwaltung in der Digitalisierung!“ Keynote von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière, MdB
  • Strategisch, praxisnah und interaktiv: 12 Zukunftsforen, 9 Zukunftswerkstätten und -dialoge, rund 65 Best-Practice-Dialoge mit über 200 Referenten (darunter der CIO der Bundesregierung, Staatssekretär Klaus Vitt, 13 Staatssekretäre sowie mehreren (Ober-) Bürgermeistern und Vertretern der Landkreise)
  • Plenum am Abend mit dem CIO der Regierung Singapurs, CHAN Cheow Hoe, sowie die Preisverleihung des 16. eGovernmentWettbewerb, u. a mit Staatsminister Prof. Dr. Helge Braun
  • Staatssekretärsrunde am Morgen des 2. Kongresstages u. a. mit PStS Jens Spahn, MdB (BMF), StS Thorben Albrecht (BMAS), StS Albert Füracker (Bayern) und StS Sabine Smentek (Berlin)
  • Abschluss mit einer Keynote von Kanzleramtsminister Peter Altmaier

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Kongress-Website www.zukunftskongress.info.

Die Ergebnisse der Studie wurden am Abend des 7. Juni im Rahmen eines Pressegesprächs mit Dr. Klaus von Dohnanyi, Beate Lohmann (Leiterin der Abteilung O Verwaltungsmodernisierung / Verwaltungsorganisation, Bundesministerium des Innern), Staatssekretärin Katrin Lange (Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg, Vorsitzende des IT-Planungsrates 2017), Staatssekretärin Sabine Smentek (Senatsverwaltung für Inneres und Sport in Berlin), Prof. Dr. Gerhard Hammerschmid (Professor für Public and Financial Management, Hertie School of Governance) und Michael Seipel (Partner, Cassini Consulting) vorgestellt. Die Studie „Zukunftspanel Staat & Verwaltung 2017“ ist im „Jahrbuch Innovativer Staat 2017“ veröffentlicht.

Die zentralen Studieergebnisse können Sie unter folgendem Link herunterladen: http://wegweiser.de/de/download-studie-0